fiwo - die Geschichte

2005 | Die Idee

Die Idee, aus Schweizer Schafwolle Produkte herzustellen kam eher per Zufall. Hans-Ueli Scherrer, ehemaliger Geschäftsführer von fiwo, war Abteilungsleiter in der Sozialfirma Kompass in Bischofszell. Die Sozialfirma Kompass beschäftigt Leute aus dem zweiten Arbeitsmarkt (erwerbslose). Hans-Ueli Scherrer war auf der Suche nach neuen, sinnvollen Arbeit, die er mit seinem Team ausführen könnte. Zufällig las er in einer bekannten Tageszeitung einen Bericht, in dem beschrieben wurde für was alles der Bund Subventionen bezahlen würde. Darunter fiel auch die Schafwolle.

 

Zu diesem Zeitpunkt fielen jährlich in der Schweiz rund 900‘000kg Schafwolle an. Rund zwei Drittel wurden verbrannt oder entsorgt.

 

Die Idee von Hans-Ueli Scherrer war, rund 5‘000kg bis 10‘000kg pro Jahr in Bischofszell zu sammeln, um daraus Produkte herstellen zu können.

 

 

2006 | Die ersten Schritte

Unter dem Namen fiwo schaltete die Sozialfirma Kompass ein Inserat in der Tierwelt ein. Darin stand, dass man nach Schweizer Schafwolle suche und diese in Bischofszell abgeben könne.

 

Zum Erstaunen aller wurden alle Vorstellungen übertroffen. Im ganzen Jahr 2006 wurden bereits 172‘400kg gesammelt!

 

 

2007 | Schritt in die Eigenständigkeit

Der grosse Erfolg von fiwo führte dazu, dass man den Geschäftszweig aus der Sozialfirma Kompass ausgliedern musste. Somit entstand unter der Bezeichnung "Verein fiwo" eine eigenständige Sozialfirma. Um mit dem Mutterhaus nicht in einen Interessekonflikt zu geraten, arbeitete fiwo ab sofort mit Menschen, welche ihren Lebensunterhalt via dem Sozialamt (dritter Arbeitsmarkt) bestreiten müssen. Ziel von fiwo ist es seither, diesen Menschen eine Tagesstruktur zu bieten und die Wiedereingliederung in  den ersten Arbeitsmarkt zu vereinfachen.

 

 

2008 | fiwo in Gefahr – Subventionsänderung vom Bund

Als fiwo mit der Schafwollsammlung im Jahre 2006 begonnen hatte, zahlte der Bund (BLW – Bundesamt für Landwirtschaft) pro kg gesammelter Rohwolle einen Frankenbeitrag. Zugesichert wurde die Subvention im Jahr 2006 bis sicher 2010. Leider wurde dieses Versprechen nicht gehalten. Ab dem Sommer 2008 wurde nur noch ein Betrag pro kg veredelter (verarbeiteter) Schafwolle ausbezahlt. Dies bedeutet natürlich, dass nicht mehr auf etwa 265‘000kg sondern „nur“ noch auf etwa 60‘000kg der Betrag bezahlt wurde.

fiwo musste nun entscheiden, ob und wie man weitermachen konnte oder ob man den Betrieb schon wieder schliessen müsste.

 

Dank dem, dass die Schafhalter damit einverstanden waren die Schafwollentschädigung von fiwo nicht mehr in Bar, sondern als Gutschrift zu erhalten, konnte fiwo weiter existieren.

 

 

2009 | Dämmzopfproduktion

Mit dem Neubau einer Dämmzopfproduktion traf fiwo genau den Nerv der Zeit. In gewissen Kantonen wurde das Schäumen mit Bauschaum verboten. Die Dämmzöpfe werden vor allem im Bereich der Fenster- und Türabdichtungen verarbeitet.

 

 

2010 | Bettwarensortiment ausgebaut

Im Jahre 2010 wurde mit der Anstellung eines professionellen Bettwarenverkäufers das Bettwarensortiment ausgebaut. Es wurden diverse neue Linien entwickelt und lanciert.

 

 

2011 | natürlicher Mottenschutz (aktuell leider wegen zu geringer Nachfrage nicht mehr erhältlich)

Innovation ist der Sozialfirma fiwo sehr wichtig. Daher hat man auch lange nach einer Lösung gesucht, als erster Anbieter von Schafwolldämmungen einen natürlichen Mottenschutz einzuführen. 2011 war es dann soweit. Dank der guten Zusammenarbeit mit einem speziallisten aus dem Kanton Appenzell, gelang es den Mottenschutz LanaProtect zu entwickeln.

 

 

2012 |  Einblasdämmung

Während rund vier Jahren hat fiwo eine einblasbare Schafwolldämmung entwickelt. Zusammen mit renommierten Handwerkern, wurden immer wieder Tests durchgeführt. Ziel war es, eine einblasbare Schafwolldämmung herzustellen, welche mit den gängigen Einblasgeräten verbaut werden kann.

 

 

2013 | Neuer Standort und neue Maschinen

Immer neue Produkte bedeuten auch stetig neue und grössere Maschinen. Daher wurde der Standort in Bischofszell langsam aber sicher zu klein. Zudem waren die Maschinen und Lager am Schluss auf fünf verschiede Gebäude verteilt, was das Arbeiten nicht einfacher gestaltete.

Ab August 2013 hat die Sozialfirma fiwo einen neuen Standort. Sie ziehen an die Sommeristrasse nach Amriswil um. Hier wurde eine komplett neue Produktionsstrasse erbaut. Diese war moderner sowie leistungsfähiger als beim Vorgänger in Bischofszell. Neu konnten in Amriswil sämtliche Maschinen in einer grossen Halle aufgebaut werden, was den Produktionsleiterin die Arbeit erleichtert.

 

 

2016 | Wechsel in der Geschäftsleitung

Hans-Ueli Scherrer verlässt den Betrieb nach 10 Jahren und übergibt den Posten an Andreas Mey, welcher den Betrieb ebenfalls seit dessen Gründung schon kennt.

 

 

2017 | Neuer Präsident

Der langjährige Präsident Samuel Hunziker übergibt sein Amt an Herrn André Beetschen, der bereits die letzten Jahre Mitglied des Vorstandes und Vizepräsident war.